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Auf den Spuren meines Vaters

© Japan Camera Industry Institute

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Auf den Spuren meines Vaters

Es muss in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gewesen sein, dass ich, gerade mal ein Teenager, zum ersten Mal Berührung mit Japan hatte. Mein Vater war Geschäftsführer des Deutschen Photoindustrieverbands und hatte daher Verbindungen zur Photoindustrie in vielen Ländern, vor allem den USA und Japan. Oft war er in Japan - damals noch eine abenteuerliche Reise - und hat meiner Mutter, meinen Geschwistern und mir von dem exotischen Land erzählt, in dem man in kochend-heißem Wasser badet, rohen Fisch isst und in dem alle Menschen geradezu unglaublich höflich sind. Allerdings: „This is not the country of ladies first“.

Natürlich kamen auch viele offizielle Delegationen aus Japan nach Deutschland, nicht nur zur photokina, der „Weltmesse der Photographie“, die bis heute alle zwei Jahre in Köln stattfindet. Es gab auch immer mehr japanische Touristen, die vor allem daran zu erkennen waren, dass sie ununterbrochen fotografierten. Ich weiß noch sehr gut, wie wir uns damals über die japanischen Kameras lustig machten. Sie galten als billig und unzuverlässig, und keiner in Deutschland dachte, dass sie jemals eine Konkurrenz für die deutsche Photo-Industrie werden könnten. Wie schnell hat sich die Welt geändert!



© Japan Camera Industry Institute

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Vor einiger Zeit kam ich durch ein Gespräch mit einem Bekannten, der vor längerer Zeit für eine japanische Kamerafirma gearbeitet hat, auf die Idee, mich hier auf die Spuren meines Vaters zu begeben. Beim Japan Camera Industry Institute bin ich fündig geworden. Der Name der Präsidentin des Instituts, Mayumi Moriyama, kam mir von früher bekannt vor, denn ihr Mann, Kinji Moriyama, war früher Präsident des Instituts und wurde später Verkehrsminister. Der Fotografie blieb er bis zu seinem Tod im Jahr 1987 eng verbunden. Den Namen Moriyama habe ich deswegen schon als Jugendlicher oft gehört. Dass auch Frau Moriyama in der Politik hohe Ämter bekleidet hat und sich für die Gleichberechtigung der Frau in Japan engagiert hat, habe ich erst jetzt erfahren.

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© Japan Camera Industry Institute



Als ich in das Institut kam, war Frau Moriyama schon bestens vorbereitet und zeigte mir alte Fotoalben, in denen meine Eltern mit dem Ehepaar Moriyama und einigen anderen mir wohlbekannten Persönlichkeiten der Fotoindustrie zu sehen waren. Ich bekam auch eine Privatführung durch das sehr lohnende Kamera-Museum, das ich meiner interessierten Leserschaft empfehle. Ich habe noch nie so viele Leicas in einer Vitrine gesehen – ich glaube, es sind 56. In dem kleinen, feinen Museum lernt man viel über die Geschichte der Fotografie und der Kameraindustrie von dem ersten Apparat von Louis Daguerre aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis heute. Einzelheiten gibt es hier zu erfahren: http://www.jcii-cameramuseum.jp/

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© Japan Camera Industry Institute



Ganz gerührt war ich, als ich in der Fotogalerie des Instituts ein Bild meines Vaters an prominenter Stelle aufgehängt entdeckte. Es ist schön zu wissen, dass er in Japan nicht vergessen ist. Er hat meine Berufung als Botschafter in Tokyo nicht mehr erlebt. Ich weiß, dass er sich darüber sehr gefreut hätte. Kinji Moriyama und mein Vater, darin waren Mayumi Moriyama und ich uns einig, sitzen jetzt vielleicht irgendwo zusammen, sprechen über alte Zeiten und sind genau so froh darüber wie wir beide, dass sich die Moriyamas und die Wertherns nach so langer Zeit wiedergefunden haben.

Hans Carl von Werthern

1953年8月4日 ドイツ・ビューデスハイム生まれ。既婚、娘3人。 1984年にドイツ外務省に入省。 以来「日本におけるドイツ年2005/2006」外務省準備室長をはじめ、外務省東アジア課長、在中国大使館公使、外務省中央局(第一局)長などを歴任。 2014年3月から、駐日ドイツ連邦共和国大使として東京に赴任。

Hans Carl von Werthern