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Sakura - Kirschblüte

© Werthern

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Sakura - Kirschblüte

Wer Japan nicht kennt, kann es wohl nicht verstehen: Jeden Frühling mit Beginn der Kirschblüte hebt eine landesweite Begeisterung ohnegleichen an. Bäume blühen überall auf der Welt im Frühling. Was also ist das Besondere an der japanischen Kirschblüte, der Sakura?

Zunächst einmal: die japanische Kirsche trägt keine essbaren Früchte, hat dafür aber besonders schöne, dichte Blüten. Sie ist also gewissermaßen nur für die Schönheit da. Angeblich sind mehr als die Hälfte der Laubbäume in japanischen Städten Kirschen. Wenn sie blühen, erstrahlen die oft grauen Städte Japans in einer Blütenpracht von Weiß bis Hellrosa. Diese Schönheit ist vergänglich, denn nach spätestens zehn Tagen ist die Pracht vorüber.

Kein Wunder, dass die Kirschblüte ein Symbol der japanischen Kultur ist, das für Schönheit, aber auch für Vergänglichkeit steht. Natürlich findet es in der Literatur, besonders aber auch in der Musik seinen Niederschlag. Es gibt viele Volkslieder, die in einfachen, anrührenden Melodien die Kirschblüte besingen; vielleicht das bekannteste heißt „Sakura Sakura“. Dadurch, dass es in Puccinis Oper „Madame Butterfly“ zitiert, ist es auch in Europa bekannt worden.

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Zur Kirschblüte versammelt sich ganz Japan unter den blühenden Bäumen zum „Hanami“ (wörtlich: Blüten anschauen). Meistens werden blaue Plastikplanen auf dem Boden ausgebreitet, und die Familien oder Kollegen versammeln sich, um unter der Blütenpracht japanische Speisen und (oft nicht zu knapp) Sake zu genießen. In Doris Dörries Spielfilm „Hanami“ gibt es eine schöne Szene davon.

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Auch in der Botschaft wird Hanami begangen. Vor der Residenz steht eine alte „hängende“ Kirsche, die dieses Jahr in der ersten Aprilwoche ihre volle Pracht entfaltet hat. Diese Woche hatten wir daher viele Gäste, zum Beispiel die Alumni der RWTH Aachen, von denen einer spontan seine Bratsche auspackte und unter dem Kirschbaum „Sakura, Sakura“ spielte. Beim traditionellen Hanami-Konzert am nächsten Tag haben die Musiker vor dem großen Salonfenster gespielt, damit die Gäste gleichzeitig den angestrahlten Kirschbaum bewundern konnten. Und am Tag danach traf sich das Botschaftsteam zum Hanami-Picknick im Residenzgarten, nicht auf blauen Planen, sondern gut deutsch an Biertischen. Auch an denen schmeckt der Sake gut.

Nach gut einem Jahr in Japan verstehe ich die Begeisterung inzwischen gut und lasse mich gern davon anstecken. Der Kirschbaum im Residenzgarten ist verblüht, aber von meinem Büro aus schaue ich auf zwei Kirschbäume, die noch durchhalten, auch wenn der Boden unter ihnen mit rosa Blütenblättern bedeckt ist.

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Hans Carl von Werthern

1953年8月4日 ドイツ・ビューデスハイム生まれ。既婚、娘3人。 1984年にドイツ外務省に入省。 以来「日本におけるドイツ年2005/2006」外務省準備室長をはじめ、外務省東アジア課長、在中国大使館公使、外務省中央局(第一局)長などを歴任。 2014年3月から、駐日ドイツ連邦共和国大使として東京に赴任。

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